Tod im Paradies?

Mehr als drei Monate sind seit meinem letzten Beitrag vergangen. Nicht, weil ich das Interesse am Schreiben verloren habe oder das Projekt in Brasilien geplant zu Ende ging.

Nein. Seit Mitte Juni ist die „Kontaktleine“, an der die allein reisende Schachnovelle mit mir stets verbunden war, irgendwie gerissen.

Trotz mehrfacher Anfrage und Bitte bei Frau Kristina Michahelles um mehr Information um den Verbleib der Schachnovelle mit ihren „Reisebeigaben“, blieb die klärende Antwort bisher aus.

Ihre letzte kurze Nachricht stammt vom 30. Juli:

Lieber Herr Angeli,

es tut mir wahnsinnig Leid – morgen bekommen Sie die Fotos und die Texte und eine längere Mail!
Das Buch reist am Mittwoch weiter!
Mit besten Grüssen
Kristina Michahelles

Die Ankündigungen erfüllten sich nicht. Seitdem bin ich im Wartemodus und frage mich, was denn im fernen Rio / Petrópolis geschehen ist und was unserer Schachnovelle passiert ist.

Es gab ja einige bemerkenswerte Ereignisse im letzten Vierteljahr in Brasilien:

  • Alberto Dines, der große Zweig-Biograph, Präsident des Casa Zweig Vereins in Petrópolis, einer der Stefan Zweig noch persönlich kannte, starb am 22. Juni, kurz vor dem Eintreffen unserer Schachnovelle in Brasilien.
  • Kristina Michahelles publizierte, dass sie Ende Juni einen österreichischen Orden erhalten soll. Bisher hatte ich keinen Erfolg bei Recherchen zu Details dieser Ehrung.
  • Kristina schrieb mir kurz über einen erlittenen Unfall- Mitte Juni.
  • Innenpolitische Unruhen in Brasilien (Streiks etc.)
  • Brandkatastrophe : Nationalmuseum abgebrannt

Und was geschah mit unserer reisenden Schachnovelle? Das ist ein echt „Brennendes Geheimnis“ für mich.

Sollte die Reise der Schachnovelle in dem Land, an der Stätte zu Ende gehen, wo sie Stefan Zweig zur Welt gebracht hat? Wo er selbst seinem Leben ein Ende setzte? Eine solche Koinzidenz wäre mehr als bemerkenswert.

Noch hoffe ich auf Aufklärung und Auflösung. Vielleicht ist die Schachnovelle längst unterwegs zu ihren nächsten Reisezielen: Buenos Aires, New York, Stockholm und letztem Ziel: Randolph Klawiter in Indiana/ USA.

Vielleicht kann ja einer der Leser, Blogbegleiter, eine der offenen Fragen beantworten oder hat weitere, nützliche Informationen. Ich bin für jegliche Hinweise dankbar.

Im Moment hat sich die Schachnovellenreise zur modernen Flaschenpost im Cyberspace gewandelt.

Tja, Odysseus war zehn Jahre unterwegs.

Leonardo

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