Nun also Bath …

Stefan Zweig hatte sich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in diese geschichtsreiche, kleinstädtische Südengland-Idylle mit seiner Sekretärin Lotte Altmann zurückgezogen. Er wollte weg von der anstrengenden Metropole Londons, ertrug die Großstadt nicht mehr, wie er in seinem Tagebuch festhielt.

Für ein halbes Jahr wohnten sie in der Landsdown Lodge ehe sie das Haus >>Rosemount<< auf dem Lyncombe-Hügel bezogen. In Bath heiratet Stefan Zweig Lotte Altmann. Er ist nach wie vor viel auf Reisen: Frankreich, London, Schottland. Doch die Idylle hält nicht lange. Der Beginn des Weltenbrandes mit dem Überfall auf Polen treibt Zweig aus Europa. Im Juni 1940 verlassen er und Lotte mit dem Passagierschiff >>Scythia<< England in Richtung New York, noch wissen sie nicht, dass dieser Abschied aus Europa für immer sein wird.

Und für unsere reisende Schachnovelle wird Bath auch die vorläufig letzte europäische Station sein. Ihr Gastgeber Dan Richards verbrachte seine Jugend ganz in der Nähe des Zweig-Hauses, seine Schule lag direkt gegenüber >>Rosemount<<, wie er in seiner E-Mail schildert:

30. März 2018:

Dear Rudolf,

Hello

The book has arrived with me safe and sound. All is well.
I have been in touch with Uriel several times and think I know what is expected of me as a host.
My parents’ home is only a short distance away from where Stefan Zweig lived when he was in Bath and I went to school on the hill opposite his house.
On Monday I am going on an expedition to Svalbard as part of a book I am writing about travel to the wild ends of the Earth. I was much inspired when I began this project by Zweig’s collection Shooting Stars: Ten Historical Miniatures, a most beautifully written series of vignettes recently republished in the UK by Pushkin press.
I would say this is the work of Zweig’s which I know best, although I am familiar with several other books and recently read Messages from a Lost World: Europe on the Brink whilst in Switzerland and found that profound and very sad.
It strokes me that Zweig’s writing has so much meaning, vitality and potency that it demands to be re-read and examined afresh every couple of years. He is a great hero really, a man of sublime humanity; a humane and deeply interested writer I treasure. He has certainly enriched my life and writing.
I am going to consider how best to contribute to Schachnovelle whilst away in the Arctic and I shall post the book on to Kristina in Brazil when I return — April 10th/11th.
All Best to You and Uriel,
Dan

Ich hatte Dan Richards meine Wunschadresse in Rio genannt: Kristina Michahelles. In Rio gibt es keine kompetentere und prädestiniertere Person für die Schachnovellenreise als Kristina Michahelles. Sie ist Mitglied des Direktoriums der Casa Stefan Zweig in Petrópolis und betreut seit Jahren den Nachlass und die Erinnerung an Stefan Zweig.

Doch ehe Dan die Schachnovelle weitersendet, wird er für ein paar Tage in die Arktis reisen. Also Zeit für mich, noch andere Dinge zu regeln.

(Leonardo)

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